1989 - 1990 Vierter Umbau

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 by courtesy of ARCHIVIO STORICO of the COSTA FAMILY. c/o IL PONTE KS, Genoa, Italy

vorher nachher
 
22.11.1989 Ankunft in der S. Giorgio del Porto-Werft in Genua. Umbau des Sonnendecks
25./26.01.1990 Einbau der neuen Diesel-Maschinen
08.04.1990 Eintragung ins Schiffsregister als "Motorschiff"
 
Im Jahr 1989 war die ENRICO COSTA mit ihren fast 40 Jahren auf dem Buckel ein wirklich altes Schiff und niemand glaubte damals, daß noch einmal eine größere Anstrengung gemacht würde, das Schiff auf den neuesten Stand zu bringen. Die meisten Schiffe ihres Jahrgangs hatten damals bereits ihre Lebensgeister auf den Abwrackwerften in Taiwan und neuerdings an den Stränden von Gaddani Beach in Pakistan oder Alang in Indien ausgehaucht. Wie ein Wunder wirkt es daher, daß sich Costa Crociere SpA. dazu entschloß, einen 45 Millionen Dollar teuren Umbau vornehmen zu lassen. Aber die Gesellschaftsräume waren im Vergleich zum durch viele Neubauten von Mega-Linern gestiegenen Standard eher spartanisch und mußten erweitert werden. Zudem waren die alten Dampfturbinen zu teuer geworden. Zwar sind Dampfturbinen wenig reparaturaufwendig, aber sie benötigen zu viel Brennstoff,  auch wenn sie neuerdings wie Dieselmaschinen mit Schweröl befeuert werden können.
Also legte die ENRICO COSTA am 22. November 1989 an der San Giorgio del Porto-Werft in Genua an. Diese Werft gehört zum Fincatieri-Konzern, dem momentan größten Schiffbauer für Kreuzfahrtschiffe. Der Schornstein wurde vorübergehend abgebaut um von oben an die mittschiffs angeordnete Turbine heranzukommen und sie auszubauen. Aber trotzdem war ein Herausheben der Haupt-Getriebe-Zahnräder mit ihrem Durchmesser von 5 Metern und einem Gewicht von 50 Tonnen nicht möglich.  Sie mußten an Ort und Stelle zerkleinert werden. Insgesamt wurden 1300 Tonnen Ausrüstung aus dem Schiff entfernt. Am 25. /26. Januar 1990 bekam die ENRICO COSTA ihre neuen Maschinen: zwei jeweils 8050 PS starke Vasa-Diesel für die beiden Schrauben. Hersteller war Wärtsilä in Finnland, heute zum großen Kreuzfahrt -Werftenkonzern Kvaerner gehörig. In den ersten drei Märzwochen wurde das Schiff im Trockendock mit neuen Wellen ausgestattet, die in neuen Schrauben endeten, deren Blätter in ihrem Winkel verstellt werden konnten, wodurch der Wirkungsgrad steigt oder anders gesagt: wodurch man Kraftstoff sparen kann. Ergebnis: Der Tagesverbrauch sank von 87 t (als Turbinenschiff) auf 55,9 t Kraftstoff ! Im Bug wurde ein Bugstrahlruder eingebaut (vorzustellen wie ein seitlich wirkender Propeller), mit dem Anlege- und Ablegemanöver ohne die kostspielige Schlepperhilfe möglich werden sollten.
Die neuen technischen Daten waren: Gleichzeitig wurden die Innenräume verändert. Insbesondere wurde die Riviera-Lounge geschaffen durch völligen Einbezug der oberen Promenadengänge. Die letzten Kabinen ohne Dusche/WC verschwanden. Das hintere Restaurant wurde durch Kabinen ersetzt. Das ganze Schiff wurde auf Wunsch der Reederei durchgängig im Belle-Epoche – Stil ausgestattet. Die Leitung der Arbeiten hatten die italienischen Stararchitekten Falletti und de Jorio. Letzterer hat später die STOCKHOLM (die 1956 mit der ANDREA DORIA kollidierte) in die ITALIA PRIMA verwandelt. Dabei wurde der Akzent auf Muranoglas, viel Holz (aus Sicherheitsgründen feuerfestes Imitat) und Messing gesetzt. Nach dem Umbau ergaben sich folgende Passagierzahlen: Äußerlich war der Umbau daran zu erkennen, daß die 4 hinteren Rettungsboote, die auf dem achteren Sonnendeck erheblichen Raum einnahmen, entfernt wurden. Statt dessen kamen Halterungen für automatisch aufblasende Rettungsflöße hinzu. Schon früher waren 2 Rettungsboote durch kleine, geschlossene Barkassen ersetzt worden, die dazu dienten, die Passagiere an Land zu setzen, wenn das Schiff auf Reede ankern mußte. Die obere Promenade war jetzt in den Gesellschaftsräumen aufgegangen. Zudem wurde auf einem erweiterten oberen Sonnendeck achtern ein Baldachin für ein sonnengeschütztes Restaurant eingerichtet.

 Am 8. April 1990 wurde sie als MV ENRICO COSTA (für Motor Vessel) anstelle des TS (für Turbine Steamer) ins Schiffsregister eingetragen. 
 

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