1972 - 1989  Die zweite Karriere: Als Kreuzfahrtschiff

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ENRICO C. vor 1987
by courtesy of ARCHIVIO STORICO of the COSTA FAMILY. c/o IL PONTE KS, Genoa, Italy
 
 
1972-1989 Im Sommer Kreuzfahrten im Mittelmeer und im Winter in Südamerika; 2 Überführungsfahrten zwischen Buenos Aires und Genua jährlich.
1974 Der Film "Der letzte Schrei" wird teilweise auf dem Schiff gedreht
1979 Dritter Umbau (siehe vorherige Seite)
1987 Umbenannt in ENRICO COSTA

Die ENRICO C. trat nun in ihre dritte Lebensphase als Vollzeit-Costa-Kreuzfahrtschiff ein. Die Passagiereinrichtungen wurden auf 750 Passagiere reduziert, um den Passagieren genügend Raum für einen erholsamen Urlaub zu geben. Die Alassio-Showlounge wurde auf der Backbordseite durch Einbeziehung der oberen Promenade erweitert. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Klasseneinteilung, die auf Kreuzfahrten nie gegolten hatte, auf der ENRICO C. aufgegeben. Ihr
Haupteinsatzgebiet war nun das Mittelmeer . Meist im Dezember ging es dann nach Südamerika, wo bis zum März Kreuzfahrten für das dortige Publikum angeboten wurden. Dann ging es wieder zurück über den Atlantik ins Mittelmeer. Solche Überführungsfahrten galten lange als besondere Schnäppchen, da sie viele Seetage beinhalten und wenige Landaufenthalte, und daher pro Tag recht billig waren. Im Südatlantik wurden z.B. in der 1976er Saison Ziele wie Manaus am Amazonas, weit im Landesinneren von Brasilien oder die Falkland-Inseln angelaufen. Basishafen war dort Buenos Aires. Im Mittelmeer gab es die beiden klassischen Reviere „westliches Mittelmeer“ und „östliches Mittelmeer“. Ersteres bediente sie z.B. 1972, als sie in Zusammenarbeit mit dem italienischen Viva-Club auch jüngeres Publikum zwischen 18 und 25 Jahren für die Kreuzfahrten nach Palma, Casablanca, Tanger und Malaga gewann. Letzteres (mit Ägypten und Israel), stand beispielsweise 1978 auf dem Fahrplan. Im Jahre 1974 wurde das Schiff sogar zum Filmstar , als Teile des  deutschen Films „Der letzte Schrei“ von Robert van Ackeren (u.a. mit Barry Foster) in Genua auf dem Schiff gedreht wurden. Die ENRICO C. war in den ´70ern aber auch in der Karibik zu sehen.

Nach Abschluß des dritten Umbaus (siehe vorherige Seite) legte die ENRICO C. zu 18 siebentägigen Griechenland-Kreuzfahrten von Venedig ab. Man nennt solche Kreuzfahrten mit exakt der gleichen Route Turnus-Kreuzfahrten. Sie erfordern erheblich weniger Koordinationsaufwand (Routenplanung, Erstellung eines Landausflugsprogramms etc.) und sind daher meist recht preisgünstig. 1980 wiederholte sie dieses erfolgreiche Programm. 1982, 1985 und 1986 war dann mal wieder das westliche Mittelmeer ab Genua Ziel ihrer Kreuzfahrten. In diesen Jahren gewann sich ENRICO C unter dem Kreuzfahrtpublikum eine begeisterte und treue Anhängerschaft für sich. Die langen Jahre unter der Costa-Flagge können sicherlich als Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere angesehen werden.

Die ENRICO C. war, wie üblich, am Sitz der Reederei registriert, und das war bei Costa Armatori Genua. 1982 wurde ihr neuer Heimathafen allerdings Neapel, nur um 1986 nach Palermo verlegt zu werden. 1987 jedoch erhielt sie ihren bisher letzten Heimathafen, diesmal wieder Neapel. Zurückzuführen war das auf die neue Firmenstrategie, die im August 1986 die Gründung einer neuen Tochterunternehmung mit sich brachte, die „Costa Crociere SpA“. Deren Firmensitz war eben Neapel. Im Zuge dieser neuen Strategie wurden auch alle Costa-Schiffe umbenannt. Aus dem C. wurde nun „Costa“, also war der volle Name nun ENRICO COSTA. Trotz neuer Strategie blieb es aber bei den bewährten Fahrgebieten Mittelmeer und Südamerika. Das Publikum war auf Mittelmeer-Reisen zu einem Großteil italienisch, aber auch Deutsche (in Deutschland wurde das Schiff damals von Hapag-Lloyd und NUR angeboten) und andere Europäer  waren zahlreich vertreten. Im südamerikanischen Revier, wo die Reisen häufig von Rio de Janeiro ausgingen, beherrschten Brasilianer die Szene, wie etwa auf einer Reise von Rio nach Feuerland und zurück im Jahre 1987.
Von Rio, dem ihr aus alten SGTM-Zeiten wohlbekannten Zwischenstopp nach Buenos Aires, trat sie damals auch wieder die Transatlantik-Fahrt nach Genua ins Mittelmeerrevier an. Noch immer trug ihre Schiffsglocke die Aufschrift „Provence“.
 

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