1996 - 1999 Pionier in südafrikanischen Gewässern

SYMPHONY vor dem Tafelberg  
Quelle: Ian Shiffman, Table Bay Underway Shipping


Sommer 1996 Turnuskreuzfahrten im westlichen Mittelmeer
Winter 1996-  
Mai 1999
Erstes ganzjährig für den südafrikanischen Markt eingesetztes Kreuzfahrtschiff
ab 9.06.1997 Einwöchige Überholungsarbeiten in Durban
Mai - 23.10.1999 Ausfall der Griechenland-Kreuzfahrten wegen des Kosovo-Krieges. Statt dessen Turnuskreuzfahrten im westlichen Mittelmeer
23.10.1999-  
27.03.2000
Kurzkreuzfahrten von Durban (Südafrika)
4.05.1999 Golden Sun Cruises gibt bekannt, daß sie das Schiff ab 2000 chartern
28.12.1999- 
7.01.2000
Millenniumskreuzfahrt nach Mauritius
..
Da die SYMPHONY vom 7. November 1995 bis zum 10. Mai 1996 in der Werft blieb, wurde kein Südafrikaprogramm angeboten. Auch 1996 hielt die SYMPHONY die Flagge wieder auf ihren gewohnten 7-tägigen Turnuskreuzfahrten im westlichen Mittelmeer hoch. Die Kreuzfahrten begannen in Genua, eine der großen Konstanten im Leben dieses Schiffes. Von da aus ging es nach Capri, Palermo, Tunis, Palma, Ibiza und Barcelona, bevor wieder Genua angelaufen wurde. Die Kreuzfahrt konnte auch in Tunis oder Palma zu Badeferien unterbrochen werden. Gegen Jahresende dampfte sie wieder an die Gestade Südafrikas, die sie ja von ihrem Notfalleinsatz für die ACHILLE LAURO schon kannte. Doch auch diesmal lies sie das Schicksal ihrer ehemaligen Flottengenossin nicht los: Es waren von geschädigten Passagieren dieses Schiffes Schadenersatzklagen gegen Star Lauro eingereicht worden, und Zeitungsmeldungen prophezeiten schon, daß die SYMPHONY als Sicherheit für diese Forderungen vom Transvaal Supreme Court beschlagnahmt werden könnte. Glücklicherweise trat das nicht ein, und sie konnte ihre Fahrten ungestört durchführen.

Da drohte ihr auch schon neues Ungemach: MSC hatte im Januar 1997 beschlossen, der amerikanischen Premier Cruise Line für 70 Mio. $ das Kreuzfahrtschiff STAR SHIP ATLANTIC abzukaufen, das in MELODY umbenannt wurde. Es ist ein relativ neues Kreuzfahrtschiff, mit turmhohen Aufbauten, doppelt so groß wie die SYMPHONY und kann doppelt so viele Passagiere transportieren. Man versprach sich davon, besser gegen die Mega-Schiffe von Costa konkurrieren zu können, denn mit seiner Größe wächst die Wirtschaftlichkeit eines Kreuzfahrtschiffs. Dieses neue Flaggschiff verdrängte dann auch die SYMPHONY aus ihrem angestammten Platz im MSC-Kreuzfahrtprogramm, und diese war nun auf der Suche nach einer neuen Verdienstmöglichkeit.

Es wurde beschlossen, es einmal mit einem ganzjährigen Einsatz für den südafrikanischen Markt zu versuchen. Bisher hat noch kein Kreuzfahrtschiff ganzjährig von diesem eher kleinen Markt leben können. Basishafen wurde Durban. Dort traf die SYMPHONY auch die Erbin ihrer Mittelmeerroute, die MELODY, die in noch frischen MSC-Farben auf dem Weg nach Genua war. Die MELODY übernahm auf dieser Fahrt auch die Passagiere, die schon die Verlegungsfahrt zurück ins Mittelmeer auf der SYMPHONY gebucht hatten. Die SYMPHONY richtete sich inzwischen in Südafrika ein. Sie wurde am 9. Juni 1997 in Durban einer 1-wöchigen Überholung unterzogen . Von der Stadt Durban war ihr eine neue Schiffsglocke geschenkt worden, die die alte Glocke der PROVENCE auf dem Vordeck ersetzte. Vermarktet wurde sie von der südafrikanischen Gesellschaft Starlight Cruises. Das Angebot an von Südafrika ausgehenden Kreuzfahrten wurde von 36 auf ganze 117 bis zum Mai 1998 erweitert. Darunter war die Masse Kurzkreuzfahrten von 3 oder 4 Tagen nach Bazaruto und Portuguese Island, um sich an die im Vergleich zu Europa niedrigere Kaufkraft der Südafrikaner anzupassen. Diese Kreuzfahrten kosteten nur  1515 Rand (etwa 330 $) in der preiswertesten Kabine. Es wurden aber auch einige längere Kreuzfahrten angeboten, so eine 9-Nächte-Fahrt nach Mauritius und Reunion oder 17-Nächte-Fahrten zu den Seychellen, Madagaskar und Sansibar. Man hoffte auf etwa 50.000 Passagiere pro Jahr. Diese Wünsche scheinen sich erfüllt zu haben, denn MSC beschloß, das Schiff auch das ganze Jahr 1998 in Südafrika zu stationieren. In diesem Jahr wurden die Kabinen des Schiffes renoviert. Man bot jetzt zusätzlich Incentive-Reisen an (Unternehmen konnten das Schiff buchen, um verdiente Mitarbeiter mit einer Kreuzfahrt zu belohnen), und stellte es auf Kurzkreuzfahrten als schwimmendes Kongress-Zentrum zur Verfügung. Eine Reise im März 1999 für die Municipal and Allied Trade Union führte zum Skandal, da die Mitglieder aus Kapstadt auf Kosten dieser Gewerkschaft ihre Frauen mitbrachten. Für dieses Jahr rechnete man sogar mit 78.000 Passagieren.

Im Laufe des Jahres 1998 verfiel der Wert des südafrikanischen Rands jedoch von 4,60 Rand pro $ auf 6,60 Rand pro $, so daß die Reederei nur einen Gegenwert von 230 statt 330 $ für die preiswerteste Kreuzfahrt erhielt. So entschied man sich im Herbst 1998 dazu, die SYMPHONY den Sommer 1999 über wieder im Mittelmeer fahren zu lassen, nachdem die Jahre 1997 und 1998 die ersten in ihrer langen Geschichte gewesen waren, die sie nicht im Mittelmeer aufkreuzen sahen. Als sie im April 1999 von Durban ablegte, um durch den Suezkanal ins Mittelmeer zu dampfen, standen dort wieder einwöchige Turnuskreuzfahrten auf dem Programm, diesmal ab Venedig durch die Ägäis, ein Revier, das sich für das im Vergleich zu den neuen Megalinern kleine Schiff besser eignete, als das westliche Mittelmeer. Doch wieder meinte es das Schicksal nicht gut mit dem Schiff: Inzwischen war im Kosovo der Krieg ausgebrochen, was die Adria zum Aufmarschgebiet der NATO machte. MSC entschied sich daher, das gesamte Sommerprogramm der SYMPHONY ins westliche Mittelmeer zu verlegen . Sie sollte nun von Genua aus Neapel, Malta, Tunis, Ibiza und St. Tropez anlaufen. So scheint es, daß sie nicht von ihrem früheren Heimathafen Genua losgelassen wird. Vor diesen Kreuzfahrten wurde während eines Werftaufenthaltes Ende Mai erneut ein Teil ihrer Kabinen renoviert.

Aber auch weiterhin sollte Südafrika ihre zweite Heimat bleiben, wie es Südamerika einmal war. Es wurden weiter Kurz-Kreuzfahrten für 700 Rand pro Tag angeboten. Rechtzeitig am 14. Nov. 1999 war sie wieder in Durban eingelaufen, um auf einer „Millennium-Kreuzfahrt“ betuchte Passagiere sicher ins nächste Jahrtausend zu bringen. Diese 12200 Rand teure Reise vom 28.12.1999 bis 7.01.2000 führte sie nach Mauritius, wo sie drei Tage lag um die Jahrtausendwende zu feiern.

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